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Beiträge: 421

Xpage-Version: Xpage Internet Studio 6 Professional

Betriebssystem: Windows 7

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Montag, 30. März 2009, 21:19

Am Anfang stand die SE

SE steht für Standard Edition. Aber eigentlich stimmt der Begriff "Standard" gar nicht. Denn diese Version verkörpert unsere ganze Innovation und ursprüngliche Idee.

Um das Jahr 2000 erlebte das Internet einen Boom von bis dahin ungekannten Ausmaßen. Wie Pilze schossen neue Geschäftsideen aus dem Boden, die das Internet ermöglichte. Hunderte neuer Firmen entstanden damals, auch in Deutschland. Und die Grundlage nahezu aller neuen Firmen war nicht viel mehr als ein paar Seiten im Internet. Mit ein paar Seiten im Internet konnten Firmen wie ebay, Yahoo und Google entstehen. Ist das nicht faszinierend?

Wenn also diese paar Seiten im Internet die ganze Firma ausmachen, dann ist es doch umso wichtiger, dass diese zumindest so viele Menschen wie möglich sehen können. Müsste man meinen. Aber genau das wurde mit dem Einstieg von Microsoft in den Browser-Markt zum großen Problem. Während anfangs Jedermann mit dem Netscape Navigator ins Internet ging, konnte man plötzlich auch mit dem Internet Explorer von Microsoft surfen. Prima, Konkurrenz belebt ja eigentlich das Geschäft. Das große Problem war jedoch, dass Microsoft seinem Browser ganz neue Funktionen spendiert hat, der Internet Explorer jedoch mit anderen Dinge Probleme hatte. Die innovativen, hoch motivierten Web-Entwickler der damaligen Zeit waren natürlich von den neuen Features des Internet Explorers begeistert und haben diese auch gleich eingesetzt. Das Problem dabei war, dass diese nicht unter Netscape funktionierten. Das Netscape Entwickler-Team musste nicht nur nachziehen, sondern seinerseits neue Features anbieten. So ging es dann jahrelang hin und her, bis Microsoft den von der Fachpresse mit "Browser-Krieg" titulierten Konkurrenzkampf für sich entschied und Netscape letztendlich von der Bildfläche verschwand. Bis es soweit war, musste jede Webseite aufwändig an die verschiedenen Browser angepasst werden. Nebenbei kam noch Opera und der Mac-Browser Safari dazu sowie der Linux-Browser Konquerer. Letztere hatten jedoch einen nennenswerten Marktanteil erreichen können und waren somit im Grunde unbedeutend.

Die Aufgabe, eine Webseite und erst recht ein großes Web-Portal mit Datenbank-Anbindung etc. zu entwickeln ist bereits groß und für Firmen i.d.R. teuer genug, das Ergebnis jedoch auch noch an verschiedene Browser anpassen zu müssen, ist nicht nur nervig, sondern verschlingt vor allem eine Menge Zeit und Geld in Form von Entwicklungskosten.

Mit der Einstellung von Netscape hätte man sich also eigentlich freuen müssen - selbst hartnäckige Microsoft-Gegner. Denn dann wüsste man wenigstens, dass die entwickelten Webseiten auch tatsächlich jeder fehlerfrei betrachten kann. Da aber die Mozilla-Entwickler den Netscape Kern zum Firefox-Browser weiterentwickelt haben und dieser sich mittlerweile vor allem in Europa stark ettabliert hat, gibt es das Problem der Browser-Inkompatibilitäten heute noch.

Die Idee war Java:
Da die Xpage-Erfinder vor 10 Jahren schon dieses Kompatibilitätsproblem und den damit verbundenen Entwicklungsaufwand für Webseiten für einen Irrsinn hielten, hatten sie sich Gedanken darüber gemacht, welche Alternative es zu HTML gibt. Mit Java stand bereits Ende der 90er Jahre eine enorm leistungsfähige Technologie zur Verfügung, die HTML weit überlegen war. Und das Beste war, dass sich Java Anwendungen auch über das Internet aufrufen und im Browser ausführen ließen. Solche Java Programme werden als Applets bezeichnet. Der Unterschied zu HTML ist, dass HTML vom Browser interpretiert und ausgeführt wird, Java Applets dagegen werden von der Java Runtime Environment (JRE) ausgeführt und nutzen den Browser lediglich als Anwendungs-Fenster und Laufzeitumgebung. Während also HTML von den unterschiedlichen Browsern unterschiedlich ausgeführt wird, laufen Java Applets immer gleich ab, egal in welchem Browser.


Flash war nicht die richtige Technologie:
Die einzig vergleichbare Technologie war Flash. Das Prinzip ist ähnlich. Für die Darstellung von Flash im Browser braucht man ebenso ein Plugin – den Flashplayer. Damals sah man Flash jedoch rein für Animationen. Die Möglichkeiten beeindruckten in jedem Fall. Auf Grund der langsamen Internet-Anbindung betrachtete man Flash-Intros jedoch eher als nervig anstatt nützlich. Da die Xpage-Entwickler schon damals eine Datenbank-Anbindung, die Entwicklung von größeren Portalen und Geschäftsanwendungen im Auge hatten, war Flash nicht die richtige Technologie. Was es im übrigen im Vergleich zu Java auch heute noch nicht ist.


Java bot alle Vorteile:
Neben der Browser-Unabhängigkeit bietet Java zudem eine Menge Funktionalität, z.B. sämtliche Oberflächen-Komponenten wie Menüs, Registerreiter, Trees, Kontextmenüs, Drag&Drop, Fenster-Technik usw. Alles wovon HTML Entwickler nicht einmal zu träumen wagten. Sensationelle Voraussetzungen also für die bevorstehende Entwicklung von Xpage Internet Studio.

Das einzige Problem war jedoch, dass die Browser eine damals schon veraltete Java Version mitlieferten. Internet Explorer enthielt nicht einmal die originale Java JRE sondern eine von Microsoft selbst entwickelte Version. Somit ließen die Xpage-Entwickler alle Java Oberflächen-Komponenten weg und konzentrierten sich auf die Funktionen, die auch mit HTML und JavaScript möglich waren. Der Vorteil war ja immer noch die Plattform-Unabhängigkeit.


Schock – Browser ohne Java:
Ende 2000 war dann der erste Prototyp von Xpage fertig. Die Software zeichnete sich durch echtes WYSIWYG aus. Denn die Seiten im Entwurf sahen später im Internet exakt gleich aus. Ein Traum für die damalige Zeit und für HTML-Entwickler kaum erreichbar. Zumindest auf keinen Fall mit derart kurzer Entwicklungszeit. Die ersten Xpage-Versionen gingen für 1.000 Mark über den Tisch und die ersten Anwender waren begeistert.

Der Dämpfer kam im Februar 2004, als Xpage bereits in Version 4 verfügbar war. Microsoft kündigte an, Windows XP zukünftig nicht mehr mit Java auszuliefern. Grund war ein Lizenzstreit um Java mit dem Java Hersteller Sun Microsystems.

http://www.heise.de/newsticker/Service-P…-/meldung/34241

Wenn der Internet Explorer kein Java Plugin mehr enthält, dann können auch die Internet-Anwender keine Webseiten mehr auf Basis von Java sehen. Sie müssen vorher das Java Plugin downloaden. Dies führte natürlich zu großen Verunsicherungen bei unseren Kunden.


Der Umstieg auf HTML zur richtigen Zeit:
Die Xpage-Entwicklung reagierte jedoch recht schnell und entwickelte einen HTML Generator für Xpage, den man als Plugin für Xpage 4 nachrüsten konnte. Der Begriff HTML-Plugin war entstanden. Genau zu dieser Zeit gingen Web-Entwickler dazu über, HTML Seiten nicht mehr mit Frames und Tabellen aufzubauen, sondern mit DIV-Tags, die eine absolute Positionierung von Objekten auf der Seite erlauben. Der HTML-Output von Xpage 4 funktionierte somit schon sehr gut. Mit Version 5 wurde dieser dann nochmals erheblich verbessert, sodass man nur noch mit etwa 5% Abweichung leben musste.

Die Umstellung – wie man es machen soll – dauert Monate, oft Jahre. Während Xpage anfangs noch kritisiert wurde, weil es keine Frames und Tabellen kannte, wurde es kurze Zeit später wegen seiner DIV-basierenden Objekt-Positionierung gelobt. Während wir wegen unserer zahlreichen JavaScript-Effekte anfangs von der Fachpresse zerlegt wurden (zu viel JavaScript ist absolut schlecht, denn es wird von Internet Anwendern aus Angst vor Viren häufig deaktiviert), war JavaScript mit der soz. Entdeckung von AJAX von heute auf Morgen in der Fachpresse kein Kritik-Thema mehr.


Java Variante von Xpage einstellen oder nicht?
CUTEX Systems wollte jedoch die Java Variante nicht einstellen. Die Xpage-Entwickler sprachen sich dafür aus, die Version den Nutzern als Freeware kostenlos zur Verfügung zu stellen, dass Anwender kleinere Seiten kostenlos designen können. Somit wurde die ursprüngliche Innovation von CUTEX Systems zur Standard Editition. „Standard Edition“ deshalb, weil sie keinen HTML Generator mitliefert. Die Version mit HTML-Generator wird seitdem mit Professional Edition bezeichnet.

In den folgenden 5er Updates wurden überwiegend neue HTML/JavaScirpt-Features entwickelt, während der Java Output nicht mehr weiter entwickelt wurde.

Mittlerweile besteht ein sehr deutlicher Funktionsunterschied zwischen dem Java- und HTML-Output, sprich zwischen der Standard und der Professional Edition. Dennoch sind wir der Meinung, dass es sich bei der Standard Edition schon immer um eine sehr leistungsfähige Software handelt, die man sehr gut für kleinere und nicht so bedeutende Seiten nutzen kann, z.B. für Vereine. Es ist selten, dass eine Freeware einen so großen Funktionsumfang bietet. Daher sind wir zugegebenermaßen immer etwas verbittert, wenn Anwender oder sogar die Fachpresse die Standard Edition mit einer Demoversion vergleicht.


Java Entwicklung einstellen? Ganz im Gegenteil!
Das Java Know-how ging jedoch nicht verloren. Denn CUTEX Systems entwickelte die Java Variante parallel zu einer reinen, leistungsfähigen Java Version weiter - Xamba 2. Neben der Grafikbibliothek Swing mit allen Java Oberflächen-Komponenten erhielt Xamba 2 vor allem eine Datenbank-Anbindung, sodass sich mit Xamba 2 mehr als nur Web-Portale auf Basis von Java sowie Client-Server Anwendungen entwickeln lassen. Mit Xamba 2 lässt sich jede denkbare Datenbank-Anwendung völlig ohne Java Know-how umsetzen, während man dabei 10 Mal schneller ist, als der beste Java Entwickler das schaffen kann.


Mehr über Xpage und Xamba auf der Xpage-Konferenz!
Tipp: Kommen Sie doch zur geplanten Xpage- und Xamba-Konferenz und sehen Sie sich Xamba 2 doch mal näher an. Sie werden beeindruckt sein und auf ganz neue Ideen kommen, was Sie mit Xamba 2 alles machen können.

Viele Grüße,
Markus Stiegler
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